Die Elfen

Die Elfen

Auszug aus dem „Ersten Kompendium“ von Drogbur Bulduar – Hoher Magistrat des Magierordens – Drittes Zeitalter

Die Elfen sind das wohl älteste Volk Alandrias – wenn man einmal von den Drachen absieht. Unterteilt in drei Königreiche streben sie, nach verschiedenen Konzepten, zur Perfektion und einem Aufstieg ihres Seins auf eine höhere Ebene. Bereits nach dem Krieg der Ahnen, spätestens aber nach dem Scherbenkrieg, ziehen sie sich immer weiter zurück und waren zuletzt kaum noch gesehen.

Ihre Lebensspanne erstreckt sich nahezu auf die Unsterblichkeit. Es gibt nur wenige Überlieferungen nachdem Elfen an Altersschwäche gestorben seien. Da ich das Glück hatte einmal einen kleinen Teil ihrer Schriften zu studieren, scheint es mir jedoch wahrscheinlicher, dass ein Elf ab einem bestimmten Zeitpunkt alles Lebens- und Erstrebenswerte während seines Verweilens in Alandria gesehen und erfüllt hat. Somit lasse ich mich zu der vorsichtigen These hinreißen, dass es die Entscheidung eines Elfen selbst ist, das Diesseits zu verlassen. Die Zeremonien nach dem Tod sind den Elfen vorbehalten und nur einige wenige Auserwählte anderer Völker hatten in der langen Geschichte der Elfen das Privileg daran teilzunehmen. Dies ist auch der Grund, warum ich bis heute keine Erklärung dafür habe, warum es keine Gräber oder letzte Ruhestätten der Elfen gibt. Leider haben auch die seltenen Augenzeugen keine Aufzeichnungen oder Überlieferungen angefertigt.  Einst das größte und mächtigste Volk kann ihre genaue Zahl nicht mit Bestimmtheit genannt werden. Sicher ist aber, dass es ungeachtet ihrer Größe sehr wahrscheinlich immer noch um das kriegerisch mächtigste Volk handelt. Von vielen als Widerspruch betrachtet, dass ein Volk so friedvoll lebt und doch kriegerisch so stark ist, halte ich dies hingegen für die Erklärung. Während die anderen Völker versuchen ihren Kampf mit Waffen oder Taktik und Strategien zu perfektionieren bis man von Kampfes- und Kriegskunst sprechen kann, haben die Elfen ihre Kunst soweit perfektioniert, dass sie diese mühelos auch für den Kampf und Krieg nutzen können. Im Folgenden gehe ich auf die verschiedenen Gruppierungen der Elfen ein, um besser zu verstehen warum ein Elf handelt und welche Gründe er hierfür möglicherweise hat.

Die Waldelfen sind hierbei diejenigen, die all ihr Streben zum Wohle der Natur ausrichten, im Gegenzug aber auch ihre Kraft und Fertigkeiten aus derselben Beziehen. Diese Quelle hat sich bereits oft als äußerst effektiv, wenn auch nicht besonders filigran erwiesen. Im Gegensatz zu ihren Brüdern und Schwestern halten sie mehr, wenn auch einen distanzierten, Kontakt zu den Menschen.

Die Mondelfen zählen zu der mittlerweile kleinsten Gruppierung unter den Elfen, wobei sie es im ersten Zeitalter waren, die den Großteil von Alandria besiedelten. Sie haben sich der Wissenschaft der Magie und des Lichts verschrieben. Viele sagen, dass die Erkenntnisse, die sie in ihrer Blütezeit erhielten, von dem Sein als solche und dem Streben nach etwas Höherem, ermüdet hat. Andere vermuten, dass der Weg der Magie eine Sackgasse für sie gewesen sei und sie somit den Sinn ihrer selbst in Frage stellten, was zur Folge hat, dass sie heute nicht mehr als eine zurückgezogene Gemeinschaft darstellen. Doch sollte man sie auch heute ihre Macht unterschätzen, die sie während ihres Jahrtausendelangen Studiums erlangt haben.

Die Hochelfen sind wohl das am wenigsten bekannten Elfen. Angeführt von ihrem obersten Propheten, welcher das Oberhaupt aller Elfen darstellt, streben sie unentwegt nach dem Sein auf einer anderen Ebene. Geleitet von Prophezeiungen und Vorsehungen der Propheten, leben sie zurückgezogen in einem Reich hinter dem Gebirge im Norden und achten akribisch darauf, dass kein Individuum eines der anderen Völker Alandrias ihre Heimat zu sehen bekommt.